Montag, 1. März 2010

Personalkostenbudgetierung (2)

Die Berliner Zeitung berichtet über die Praxis an Berliner Schulen, Unterricht mit Nicht-Lehrern abzudecken - auch ich habe schon darüber meditiert. 768 Aushilfslehrer und mehr als die Hälfte davon hat keine entsprechende Berufsausbildung.

Mit Hilfe der Vertretungslehrer kann die offizielle Unterrichtsausfall-Statistik massiv geschönt werden. An Berliner Schulen muss derzeit etwa jede zehnte Unterrichtsstunde vertreten werden, durch den Einsatz der Aushilfslehrer gelten aber nur zwei Prozent des Unterrichts offiziell als ausgefallen. Gerade von Gymnasien gibt es zudem massive Klagen, dass unter den Vertretungslehrern immer seltener die eigentlich gesuchten Fachlehrer zu finden sind, so dass die Vorbereitung aufs Abitur oft nur begrenzt gewährleistet werden kann.

Der zunehmende Lehrermangel ist aber nicht durch eine unvorhergesehene Situation eingetreten, sondern war absehbar und ist damit auch Resultat der Berliner Schulpolitik, da keine Maßnahmen ergriffen wurden, damit der jetzige Zustand gar nicht erst eintreten konnte. Das Kerngeschäft von Schule, der Unterricht, kann teilweise nicht mehr ordnungsgemäß gesichert werden.
Und in dieser Situation wird eine Schulstrukturreform durchgeführt, verbunden mit vollmundigen Versprechungen, was die Verbesserung der Unterrichtsqualität betrifft.

Natürlich kann man ein Haus mit morschem Fundament mit einer neuen Fassade und moderner Wärmedämmung versehen. Wie sinnvoll eine solche Maßnahme ist, versteht sich allerdings von selbst.

Montag, 15. Februar 2010

Web2.0 mit besonderer Note


Eine sehr feine Anwendung aus der Wunderwelt des Zwischennetzes ist der Online-Noteneditior Noteflight. Nach einer problemlosen Registrierung steht ein flashbasierter Noteneditor zur Verfügung, der sich recht intuitiv bedienen lässt und für viele Zwecke des Schulgebrauchs durchaus ausreichend ist.
Es ist natürlich möglich, sich das Ergebnis entsprechend gleich vorspielen zu lassen. Eine Auswahl an unterschiedlichen Instrumenten, die das Ohr nicht beleidigen, steht auch zur Verfügung.

Die fertigen Partituren lassen sich abspeichern, per Freigab veröffentlichen und es wird automatisch eine Timeline des Arbeitsprozesses erstellt, so dass verschiedene Fassungen eines Stückes verfügbar bleiben.

Gerade für Schüler, die mit den Noten auf Kriegsfuß stehen, weil sie kein Instrument spielen, ist dies eine Möglichkeit, einfache Tonsatzübungen selbst auszuführen. Es ist also z.B. kein Problem, eine Melodie vorzugeben und diese durch die Schüler mit einer Klavierbegleitung versehen zu lassen. Es gibt wohl auch ein (kostenpflichtiges) Angebot speziell für Schule und Studium.

Sonntag, 14. Februar 2010

Randbemerkung zur Pisa-Poesie

Zu meinem Blogpost über den Bericht einer Honorarkraft an einer Berliner Schule twittert der Pisaversteher :

ciffi Blog http://bit.ly/a65fva /via @detlefteich // @ciffi liest Blog so: lasst die Schulen um Himmels willen so wie sie sind! No, we can not!

Interessant ist, dass aus meiner Kritik an der Schulstrukturreform, wie sie gerade in Berlin stattfindet, gleich gemacht wird, ich wolle Schule so lassen, wie sie ist. DIESE Schlussfolgerung kann ich nicht verstehen, da ich an keiner Stelle des Beitrags - und auch nicht an anderer Stelle - behauptet habe, dass kein Veränderungsbedarf in der Schullandschaft bestehe. Denn dass Schule größten Veränderungsbedarf hat, sehe ich sehr wohl.

Aber ich bin der Meinung, dass Schulstruktur überbewertet wird.
Das findet Sabine Czerny nicht so:

sabineczerny @detlefteich "Schulstruktur wird überbewertet" - das sagt ihr, weil ihr nicht wisst, was in den untersten Klassen los ist
denn:
sabineczerny @detlefteich wenn 27 Kinder um wenige Plätze auf weiterführenden Schulen kämpfen müssen, wird gekämpft und nicht freud- und sinnvoll gelernt

Ich kann jetzt nur von Berlin sprechen (und eben dort wird eine Schulstrukturreform vollzogen): Ich habe nicht das Gefühl, dass in dieser Stadt um "wenige" Plätze an weiterführenden Schulen (sind Gymnasien gemeint??) gekämpft werden muss. Es ist mir auch nicht bekannt, dass Schüler, die ein Gymnasium besuchen wollen, keinen Zugang zu dieser Schulform erhalten. Selbst Schüler mit Hauptschulempfehlung konnten bisher nach der Grundschule auf das Gymnasium wechseln. Der Elternwunsch stand an erster Stelle, die Grundschulempfehlung war eben nur eine Empfehlung. Es ist daher in dieser Situation völliger Unsinn, davon zu reden, dass hier ein "Kampf" um einen Schulplatz stattfindet. Kann sein, dass dies in anderen Bundesländern anders ist.
Ja - es ist so, dass es Gymnasien gibt, die einen besseren Ruf haben, als andere. Hier beginnt durchaus ein Kampf darum, einen Platz zu ergattern. Hat aber nichts mit Struktur zu tun. Offensichtlich gibt es wohl "gute" und "schlechte" Schulen des gleichen Schultyps. Das wird sich auch nicht ändern, wenn es nur Sekundarschulen gäbe.

Warum ich kein Freund der Schulstrukturreform bin?
Die Änderung der Struktur ändert nicht die Menschen innerhalb des Systems. Daher halte ich die Behauptung, Änderung der Struktur führe zu einer besseren Schule für verlogen - oder naiv.
Die Schulstrukturänderung wird innerhalb der Schulen in den nächsten Jahren Ressourcen der Lehrer "fressen", die besser in Verbesserung der Unterrichtsqualität investiert wären.
Warum sind denn die bisherigen Gesamtschulen de facto nicht die Vorzeigeschulen?
Die linke Schulpolitik hätte ja in Berlin am liebsten das Gymnasium ganz abgeschafft und durch die Sekundarschule ersetzt. Das würde allerdings bedeuten, dass eine Schulform, die bei aller berechtigten Kritik an überkommenen Lehrmethoden etc. ihren Auftrag noch am besten erfüllt, abgeschafft und durch einen Versuch mit unklarem Ausgang ersetzt wird. Warum gab und gibt es denn keinen Run auf die bisherigen Gesamtschulen? Nur weil es das Gymnasium "gibt"? Warum konnte dieses Modell nicht attraktiver werden als das Gymnasium? Ich erkenne in der Sekundarschule grundsätzlich keine andere "Idee" als das Gesamtschulmodell. Und die Gesamtschullehrer sind in den 70er und 80er Jahren durchaus überzeugt und entsprechend engagiert an die Umsetzung der Idee des gemeinsamen Lernens gegangen. Warum ist dies gescheitert? Natürlich, es gibt (auch in Berlin) Gesamtschulen mit einem sehr guten Ruf (die also offensichtlich funktionieren), die weit höhere Anmeldezahlen haben, als sie Schüler aufnehmen können. Aber hat dies etwas mit der Schulform zu tun - nein.

Die Rahmenbedingungen von Schule haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert: Wochenarbeitszeit der Lehrer, Klassengrößen, Personalausstattung etc. Allein die Gebäude nicht weniger Schulen sind die Visitenkarte für den Stellenwert, der Bildung zugemessen wird.
Man kann zumindest sagen, dass der Bildungsbereich nicht unbedingt vom Füllhorn des Finazministers bedacht wird. Ja - Geld ist nicht alles und löst alleine auch keine Problem, aber ohne geht es eben auch nicht. Die Schulpolitik möchte aber möglichst kostenneutrale Lösungen: und die Veränderung der Schulstruktur ist sicher vergleichsweise "billig" zu haben. Beispielsweise sind dann große Schulen (6 bis 8zügig) der Normalfall: in einer kleinen Schule, die vielleicht nur zwei oder dreizügig läuft, kann man natürlich nicht so viele tolle vielfältige Angebote machen (so die offizielle Begründung). Daher wird es in Berlin u.a. zu nicht wenigen Schulfusionen kommen. Wer allerdings schon einmal an einer kleinen Schule gearbeitet hat (egal welchen Schultyps), wird die Vorzüge zu schätzen wissen. Gerade auch für die "Problemschüler". Aber kleine Schulen sind natürlich teurer als große.

Schulstruktur wird überbewertet.
Was eine "gute" Schule ausmacht, hängt nicht zwingend mit ihrer Organisationsform zusammen - auch nicht das ganze System betreffend.
Entscheidend ist der "Geist", der dahintersteht. Diesen zu ändern ist eine große Aufgabe. Und ich vermutet auch, dass für den Pisaversteher ein neuer Geist von Schule mit einer anderen Schulstuktur untrennbar verbunden ist. Aber dass sich "Geist" durch Strukturänderung beeinflussen lässt, halte ich für Pisa-Poesie.

Klangkunst einmal anders

Schöne Idee, wie sich alte Tapes wieder nutzbar machen lassen: man visualisiert, was man hören könnte.

Mehr davon ist hier zu finden.

Geeignet vielleicht auch für ein fächerübergreifendes Projekt von Musik und Kunst.

Samstag, 13. Februar 2010

Unterrichten kann jeder, oder?

Freunde und Bekannte von mir konnten überhaupt nicht nachvollziehen, dass Nichtlehrer unterrichten dürfen. Ohne Ausbildung! "Also bitteschön, so was ist doch in Deutschland nicht möglich", wurde ich bei Grillgemüse und Prosecco auf dem Schulfest meiner Kinder in Berlin-Mitte belehrt.

[ ... ]

Man kann das Wort [Integration] ja nicht mehr hören, aber erst hier, an dieser Schule im Wedding, habe ich begriffen, dass es nur eine Phrase ist.
Berliner Zeitung


Ein lesenswerter Bericht aus der Berliner Schulpraxis. Das ist absolut Alltag, hier ist auch nichts übertrieben, der Tonfall fast versöhnlich: Als Aushilfe an einer Weddinger Gesamtschule

Es ist klar, was die Schulreform an solchen Schulen ändern wird: nichts. Aber warum wird die Schulreform in Berlin durchgeführt? Weil es an solchen Schulen nicht läuft.

Über den Wahnsinn dieser Aushilfepraxis habe ich hier schon einmal berichtet.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Nützliches Audioformat



Der Bayrische Rundfunk bietet einen netten Kalenderblatt-Podcast aus dem Bereich der klassischen Musik an.

Die Folge Jacques Ibert stirbt in Paris hat die Form eines fiktives Interviews. Dieses Format eigent sich m.E. recht gut, um Schüler eine eigene Audioproduktion erstellen zu lassen.
Mit dieser Folge kann man den Schülern ein exemplarisches Beispiel vorstellen, welches dann auf eine beliebige Biographie übertragbar ist.

Sonntag, 7. Februar 2010

Empfehlung: Musikpädagogik im Netz

Eine erfreuliche Randbemerkung:

Musik in der Schule und Tastengott sind zwei feine Blogs, die sich dem Musikunterricht widmen, mit schönen Praxisbeispielen.

Für mich um so erfreulicher, als dass ich just vor wenigen Wochen das Fehlen von Blogs zum Musikuntericht gegenüber einem Kollegen der Fremdsprachen beklagte.

Samstag, 6. Februar 2010

Randnotizen

Schon beruhigend, dass man es überall mit Menschen zu tun hat: Christian Füller, Kämpfer für Bildungsgerechtigkeit im Dauereinsatz für die sozial Benachteiligten, sieht in seinem Kommentar zu meinem letzten Beitrag die Äußerung, dass Bildung für 15 Prozent der Bevölkerung objektiv wertlos sei (Martenstein), nicht mit der Aufklärung vereinbar. Wahrscheinlich, weil Christian Füller hier eine ganze Bevölkerungsgruppe pauschal abgeurteilt sieht (und weil er den Satz bewusst missversteht im Sinne von: 15 Prozent sind es nicht wert, Bildung zu bekommen, was aber etwas anderes bedeutet.) Es freut mich allerdings, dass der Hüter der Aufklärung sich sehr menschlich zeigt, da er unmittelbar darauf das anstehende Dienstende von knapp 500.000 Lehrern bis 2020 als Befreiung für das Bildungssystem deutet. Schönes Beispiel für eine differenzierte Sicht auf die Dinge. Auch in den Tweets gehts ähnlich aufgeklärt zu:


Nix für ungut, Ciffi, der Tweet ist schon witzig - wenn man nicht weiß, dass er ernst gemeint ist.

Gestern habe ich ein schlechtes Gewissen bekommen, dass ich so ein fauler Sack bin und nicht beim #ec10hh dabei bin. Damit ich mir noch beim Zähneputzen gegenübertreten kann, hab ich mir allerdings die Aufzeichnung desLive-Streams Diskussionsrunde “Das Internet – ein Bildungsraum?” zu Gemüthe geführt. Ja, der Sprachstil muss jetzt ins Gehobene wechseln, denn es war eine Menge Web2.0-Poesie zu vernöhmen, Lisa Rosa auch in bester Form.
Um es vorwegzunehmen: es war eine Menge Geschwurbel zu hören und der Erkenntnisgewinn für mich persönlich hielt sich arg in Grenzen. Aber, doch, es gibt Erkenntnisse:

An meiner Schule bin ich durchaus die "Lisa Rosa", sprich ich setze mich schon recht lange für die Nutzung der Kommunikationsmöglichkeiten des Zwischennetzes ein: sowohl im Unterricht als auch in der Kommunikation der Lehrer untereinander und versuche an entsprechenden Stellen auch Überzeugungsarbeit zu leisten, denn, ja, die Vorbehalte bei den Kollegen sind groß, die Bereitschaft, Zeit für unbekanntes Gebiet zu investieren gering - und nicht nur die Bereitschaft, sondern auch die Zeit an sich fehlt, die Belastung ist hoch.
Aber wenn ich Lisa Rosa höre, lerne ich, wie man nicht für eine Sache werben sollte, nämlich an den Bedürfnissen seiner Zielgruppe vorbei (nun ist LisaRosas Zielgruppe eine andere als meine, das ist klar, ihre Zielgruppe ist nicht der Lehrer) Es liegt in der Natur der Sache, dass man, wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, die Bodenhaftung zu verlieren droht. Ich kenne das auch von mir. Und wenn Lisa Rosa das Internet als Leitmedium bezeichnet, in dem heute die relevante Kommunikation stattfindet, ist das m.E. ein Beispiel für verzerrte Wahrnehmung. Mir fällt beispielsweise auf, wie klein das deutschsprachige Internet im Bildungsbereich ist - gemessen an den gigantischen Nutzerzahlen ist es erstaunlich, wie dörflich dieser Bildungsraum ist: man trifft immer die gleichen Lehrkörper an den einschlägigen Plätzen. Es ist (noch?) überschaubar.
Ich lerne durch Lisa Rosa auch, meine eigenen Positionen zu hinterfragen. Es erzeugt Widerspruch und erhöht die Skepsis gegenüber der Web2.0 Euphorie gewaltig. Warum? Weil hier absolut formuliert wird, dass Bildung in Zukunft zwingend an diese Technologie gebunden sein wird. Aso: Lernen mit Netz = gut und ohne Netz = schlecht. Oder zumindst ohne Netz = immer schlecht. Das halte ich, im besten Neudeutsch formuliert, für Bullshit.
In der Diskussion wird unter anderem zu Recht an einer Stelle festgestellt, dass (technische) Entwicklungen zuletzt in der Schule ankommen. Es ist also durchaus nicht ausgeschlossen, dass die Nutzung von Web3.0 in der Schule ankommt, wenn scho klar ist, dass sich hier die größte Sackgasse für Bildung aufgetan hat.

Übrigens auch sehr feine Web2.0-Poesie in dieser Gesprächsrunde: Nachzertifizierung - Dörte Giebel überlegt, wie man das zusätzliche Lernen der Schüler in den Griff bekommt. (etwa ab 01:12, wenns jemanden interessiert)
Mehrfach taucht auch der Gedanke auf, dass Schule Schule Angst davor hat, nicht mehr kontrollieren zu können, was die Schüler lernen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man überhaupt auf so einen Gedanken kommt, verstehe ihn nicht, hat nichts mit meiner schulischen Erfahrungswelt zu tun.
Auch der Gedanke des iPhones als Sprengstoff im Klassenzimmer - tschuldigung wenn ich jetzt ein wenig dem Gedankensprunge fröne, aber sollen ja heute nur Randnotizen sein.
Also Sprengsatz iPhone. Verstehe ich nicht. Mal davon abgesehen, dass es das Letzte ist, auf einem derart unergonomischen Gerät längere Zeit arbeiten zu müssen - wo ist da die Sprengkraft? Es wird im übrigen in der Gesprächsrunde auch nicht weiter ausgeführt.
Auch schön - die "digitale Ungleichheit"(etwa 01:00) - was füher die "Wissenskluft" war.
Wenn ich das höre, vermute ich eher, dass die wahre Kluft in einiger Zeit zwischen den "digitalen Deppen" und "Holz-Lesern" bestehen wird.
Denn was mir auch schon lange aufstößt - es wird so getan, als sei der Zugang zu Wissen vor dem Internet geradezu unmöglich gewesen.

Nur son Gedanke am Schluss: Medienkompetenz könnte vielleicht auch sehr bald heißen, dem Ausschließlichkeitsanspruch der Maustätigkeit etwas entgegen zu setzen, im Sinne von Medienvielfalt. Denn wenn man Schüler heutzutage darauf hinweist, dass die Benutzung einer Bibliothek auch ein Mittel der Informationsbeschaffung sein könnte, wird man schon schräg angeschaut (und ich rede jetzt von der gut ausgestatteten Schulbibliothek, die man in der Pause aufsuchen kann). Und müssen Schüler, die schon stundenlang WoW zocken noch in der Schule oder bei Hausaufgaben vor der Kiste hocken? Die Medienpädagogen wollen die Kinder an die Kiste haben, die Kinderpsychologen wissen nicht, wie sie selbige wieder davon weg bekommen.

Ich danke @LisaRosa (und entschuldige mich, dass sie dafür herhalten muss, aber sie vertritt eben eine bestimmte Position, aber natürlich nicht nur sie alleine. Für mich ist Lisa Rosa sozusagen das iPhone, eine Metapher eben) also ich danke Lisa Rosa dafür, dass Sie bei mir für "Erdung" sorgt, dafür sorgt, einen kritischen Blick auf das Internet in der Bildung zu werfen.
Ich danke Ciffi, der ebenso zu Widerspruch provoziert. Ich möchte nicht seine Schulreform, aber wie er eine bessere Schule. In der Reibung wird vieles klarer.
Gute Nacht.

Montag, 1. Februar 2010

Lernwächter

Der Hauptteil ist noch nicht gelungen. Hier gibst du nicht nur unwesentliche, sondern auch falsche Inhalte wieder. Es wird deutlich, dass du die Zusammenhänge des Vorfalles nicht erkennst und auch nicht folgerichtig darstellen kannst. Auch glückt s dir nicht, die Zusammenhänge durch Adverbialsätze oder Adverbien in eine logische Reihenfolge zu bringen. Der Schluss muss ebenso Verbesssert werden (...) Achte auch auf die äußere Form der Arbeit." (Lernwächter)


Für Christian Füller ist dies ein Beispiel für „übellaunige, zerstörerische und beschämende Korrekturen.“

Der betreffende Ausschnitt, der beispielhaft für die ablehnende Haltung eines Lehrers stehen soll, sagt allerdings nichts derartiges aus und passt daher nicht zu den angeführten Attributen. Denn wie diese Randbemerkungen (zwischenmenschlich) zu verstehen sind, erschließt sich eben erst aus der gesamten Unterrichtssituation. Die fehlt. Und es könnte zudem auch sein, dass die Schülerarbeit inhaltlich und formal eine Katastrophe darstellt, die Bemerkungen somit gar als verbale Streicheleinheiten zu interpretieren wären – der Leser kann sich zumindest kein eigenes Bild machen, so dass die Zitate eben nur der Propaganda dienen: Es wird deutlich, dass bestimmte Vorurteile die Wahrnehmung Füllers beeinflussen, so dass er überhaupt erst die Schlussfolgerung ziehen kann, dass es sich hierbei um eine „Du-gehörst-hier-nicht-her-Haltung“ handelt. Passt eben ins Weltbild. Nach gleichem Muster werden auch aus Martensteins Ausführungen zum Schulsystem Schlussfolgerungen gezogen , die eher den Tatbestand der Unterstellung erfüllen:

„Da steht: Ihr Hartz-IV-Empfänger, für die Bildung objektiv wertlos ist, mit euren Kindern wollen wir nix zu tun haben!“ (TAZ)
Wer mag, kann ja den Martenstein nachlesen und sehen, ob er zu ähnlich spannenden Schlussfolgerungen gelangt.

Was will Füllers Watchblog Lernwächter?

„Er soll Korrekturen öffentlich machen, er soll das Fehlverhalten an Schulen aufzeigen, die Auslese vor Förderung, die Beschämung vor Stärkung setzt.“

Ein Deutschlehrer würde hier wahrscheinlich erst einmal einen Grammatikfehler anstreichen (natürlich mit aufmunternden Worten, dass dies sogar ausgebildeten Journalisten schon einmal passiert sei und die Grammatikfehler sich ansonsten in Grenzen halten und seit der vorletzten Arbeit ja schon viele Fortschritte erkennbar sind). Aber C.F. muss seine Texte ja zum Glück nicht mehr von Deutschlehrern korrigieren lassen.

Das Anliegen der Lernwächter allerdings ist absolut richtig, denn, ja, – es gibt grobes Fehlverhalten von Lehrern auf der zwischenmenschlichen Ebene.

Aber das Grundproblem des Vorhabens deutet sich m.E. mit dem misslungenen Startbeispiel schon an: In den wenigsten Fällen wird es für Nichtbeteiligte des kolportierten Vorgangs möglich sein, dass diese sich selbst ein Urteil bilden können. Die Leser sehen sich jeweils nur in ihren Vorurteilen bestätigt: Die Lehrer darin, dass sie ständig zu Unrecht kritisiert werden, die Eltern und Schüler darin, dass Lehrer selbsgerechte Despoten sind, die nach Nase benoten und nicht individuell auf Schüler eingehen.

Der Erkenntniswert geht damit gegen Null, da sich solche Beispiele schlecht verallgemeinern lassen. Denn selbst ein C.F. wird nicht behaupten wollen, dass Schule heute an sich eine Schülererniedrigungsanstalt ist, oder vielleicht doch?



Donnerstag, 7. Januar 2010

Gelesen: Der Junge im gestreiften Pyjama

Das Buch empfohlen bekommen. Zu Weihnachten der Tochter geschenkt. Selbst gelesen. Schwer enttäuscht.

Wer den Inhalt nicht kennt: hier

Der Roman krankt daran, dass wegen der Grundidee (Nichtwissen -> verfremdender Blickwinkel auf historische Ereignisse) die ganze Figur des achtjährigen Protagonisten "verbogen" wird. Man hat es mit einer Figur zu tun, die sprachlich und geistig recht wendig ist, aber auf alle direkt auf das Lager bezogenen Sachverhalte naiv reagiert wie ein Fünfjähriger.
In gewissem Sinne wird auch die Figur des Shmuel ebenso verbogen, da dieser in den Dialogen mit seinem "Freund" auch ständig um den heißen Brei herumreden muss, der Autor erlaubt's ihm nicht anders.
Die Dialoge erinnern daher auch an schlechte Filmdialoge, bei denen jeder Zuschauer merkt, dass die Figuren gerade „so reden müssen“, da beispielsweise bestimmte Hintergrundinfos notwendig sind – wer öfter Tatort schaut, weiß, was ich meine.
Für einen erwachsenen Leser ist diese Perspektive des Romans ehrlich gesagt schwer zu ertragen - nicht wegen des schrecklichen historischen Hintergrunds, sondern weil das bemühte partielle Verschweigen (Auschwitz, Führer, Jude) den Erzählfluss stört, es knirscht an allen Ecken.

Vor allem ist dies m.E. völlig unnötig: Die Ausgangssituation, die Geschehnisse aus Sicht des Sohnes des Lagerkommandanten zu erzählen ist gut und eröffnet viele Möglichkeiten - auch ohne dass man den Protagonisten und seinen Freund zur absurden Kommunikation verurteilt.
Dazu passt übrigens, dass der der Verlag im Klappentext keine Angaben zum Inhalt macht, um ... ja warum, einen Überraschungseffekt gibt es eben nicht, will sagen es stellen sich keine Erkenntnisse ein, wenn man bein Lesen noch nicht weiß, welche historische Situation hier dargestellt wird. Zudem erfasst der wissende Leser eben sehr schnell, auch ohne Klappentext und Feuilletonempfehlung, worum es geht - dem nichtwissenden wird es sich gar nicht erschließen.

Klar – dies ist kein Roman für Erwachsene, will er auch nicht sein, aber ein gutes Kinder- und Jugendbuch?
Die durchweg unglaubwürdige Figurenzeichnung in einem Roman, der ganz konkrete historische Ereignisse darstellt, finde ich auch für ein Jugendbuch absolut fehl am Platz.
Kinder bzw.Jugendliche, die keinerlei Hintergrundinformationen über den Holocaust haben, erfahren kaum etwas darüber. Gut – es werden u.U. Fragen aufgeworfen, die in Gesprächen mit Eltern und Freunden geklärt werden müssen. Ja, das ist auch etwas. Das Buch lässt sich daher unter diesem Gesichtspunkt auch ganz gut in der Schule missbrauchen.

Für mich daher erstaunlich die fast durchweg positive Resonanz.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Web 2.0-Poesie (3)

Sascha Lobo dichtet und Lisarosa rezitiert via Twitter:

"unglaubliche Renaissance der Schriftkultur, die durch das Netz bei der Jugend stattgefunden hat" Sascha Lobo http://is.gd/5gN1K
http://twitter.com/lisarosa/status/6494530834


Offensichtlich gibt es mehrere Jugenden. Ich würde Lisarosa zumindest gerne meine Klausuren zum Korrigieren senden. Ganz zu schweigen von schriftlichen Arbeiten der Schüler, die nicht den Zugang zur gymnasialen Oberstufe schaffen. Aber wahrscheinlich bin ich zu ungeduldig, weil das Netz in seiner ganzen positiven Wirksamkeit bei den Achtklässern noch nicht seine Wirkung entfalten konnten - und die 13er, bei denen war das Web2.0 ja noch nicht so richtig angesagt, als sie in der 8.Klasse waren. Bin wahrscheinlich nur zu ungeduldig. Asche auf mein Haupt. Aber Lobo sagt ja, dass es "stattgefunden hat" -- hm, ach ich hör lieber auf. Nicht so kleinlich sein, geht ja um eine große Sache .....

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Web2.0-Poesie (2)

Bei live.hackr findet sich ein lesenswerter Beitrag, der sich mit dem Unverständnis der Generation 50+ dem Internet gegenüber auseinandersetzt. Der Grundgedanke:

der grund dafür ist, dass ihnen das organ fehlt, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.
Lisa Rosa hat dieser Text zum Weiterdenken angeregt.
In dem wunderbaren Text von live.hackr wird darüber hinaus noch deutlich, worin das Hauptmerkmal der Informationsgesellschaft/“Lernkultur“/Wissensgesellschaft liegen wird:

Die Menschen und sozialen Systeme werden alle haben müssen, was bis jetzt nur die internet residents haben, und was denen, „die es nicht raffen“, auf jeden Fall fehlt:

der grund dafür ist, dass ihnen das organ fehlt, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.


Schöne Utopie. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Handelt es sich etwa um eine Forderung? Also: Um an der Informations-/Wissensgesellschaft teilhaben zu können ist es erforderlich über ein entsprechendes "Organ" zu verfügen. Das hieße ja, alle anderen sind "draußen" - was sie übrigens schon immer sind.

Oder handelt es sich um eine prognostizierte "Wirkung" des "Internets"? Also: Durch das Internet und seine Nutzung wird das entsprechende "Organ" besonders geschult, so dass Internetnutzer eben kompetentere, mündigere Zeitgenossen sind. Ich befürchte, Lisa Rosa hat das so gemeint. Denn weiter ist zu lesen:

Ein Organ zur Beurteilung. Man kann es wirklich ein neues Organ nennen, das als funktionelles System im Gehirn gebildet werden muss – offenbar durch die Tätigkeit der adäquaten Nutzung des Internets.

Es gibt hier natürlich das kleine, unscheinbare "adäquat". Was immer das auch heißen mag. Ich befürchte nur, dass es gerade bei der "adäquten" Nutzung hapern wird und sich die Mehrheit einen ***** darum scheren wird, ob sie das Netz "adäqut" nutzt. Denn schon Brechts Hoffnungen bezüglich einer "adäquaten" Rundfunknutzung haben sich als schöne Utopie herausgestellt.

Fast zeitgleich zu Lisa Rosas Beitrag ist mir der lesenswerte Text Ich klicke, also bin ich: der nebulose Freiheitsbegriff der Digital Natives per Twitter anempfohlen worden - ein schöner Kontrapunkt.


Freitag, 27. November 2009

Web2.0-Poesie

Eine Gleichberechtigung an Möglichkeiten: Technologien im Unterricht - zumal die webbasierten - ermöglichen es, die sich vor allem in regionalen und sozialen Diversifizierungen äußernden Chancenunterschiede zunehmend zu nivellieren. Der Zugang zu Möglichkeiten und Gelegenheiten des Lernens wird auf eine breitere Basis gestellt und kann zwar Vielfalt schaffen aber auch eine Art Grundversorgung im Bildungsbereich.
Arne Duncan, U.S. Secretary of Education
(D21-Projektblog)


Bezogen auf die deutsche Bildungslandschaft halte ich derartige Äußerungen für blauäugige Web2.0-Poesie:

Solche Positionen werden ja gerne vertreten, um zu begründen, dass die Nutzung „des Internets“ im schulischen Rahmen dazu beiträgt, Schule zu verbessern. Allerdings geht konkret diese Äußerung von zwei Prämissen aus:

  1. ein Problem (von Schule) sind regionale und soziale Chancenunterschiede,
  2. ein Problem stellt der fehlende/ unzureichende Zugang zu Möglichkeiten und Chancen des Lernens dar.

Diese beiden Prämissen halte ich für die deutsche Schullandschaft für nicht zutreffend und daher auch die entsprechenden Schlussfolgerungen für Fortschrittsphrasen.

Die Ursachen für die Probleme, mit denen wir in der Schule zu kämpfen haben, liegen eben nicht in der fehlenden Vernetzung der Klassenzimmer.


Mittwoch, 25. November 2009

Keese-Käse

Bei Carta gerade ein Interview mit Chrisoph Keese zum Leistungsschutzrecht gelesen. Ich bin wirklich erschüttert, welche unsinnigen Forderungen von Seiten der Zeitungsverlage erhoben werden: erschüttert, weil ich seit längerem die Diskussion verfolge und es mir nicht möglich ist, die Argumentation auch nur in Ansätzen nachzuvollziehen. Das ist absoluter Bullshit - und der wird auch noch öffentlich geäußert und die Politik reagiert darauf. Unglaublich.

Hier einige Kostproben der Argumentation:
Zu wünschen aber ist, dass jeder, der sein geistiges Eigentum anbietet, von einer Wahlmöglichkeit Gebrauch machen kann: Stelle ich mein Angebot kostenlos ins Netz oder gegen Geld? Diese Wahlmöglichkeit besteht heute in Wahrheit nicht. Die realen Marktbedingungen erzwingen eine Entscheidung für „Kostenlos“ oft gegen den Willen der Verlage und Journalisten.
Was das mit Google zu tun hat, verstehe wer will.

Unter dem Druck der drohenden Netzunsichtbarkeit entscheiden sich die meisten Verlage zähneknirschend dafür, den „Gefunden- werden-Schalter“ auf ihrer Webseite nicht umzulegen, erleiden mit dieser Entscheidung jedoch zugleich einen Schaden, weil sie gezwungen sind, die Null-Beteiligungs- Strategie von Google zu akzeptieren.
"Null-Beteiligungs-Strategie"? Beteiligung woran denn? Was in aller Welt haben die Werbeerlöse von Google mit den gefragten journalistischen "Qualitätsprodukten" der deutschen Presse zu tun? Wir wollen gefunden werden und Geld dafür bekommen. Ich spare mir jetzt Beispiele aus der analogen Welt, die die Absurdität dieser Forderung zeigen - gibts schon genug.

Die Werbespalte rechts auf der Google-Seite wäre ohne Verlagsinhalte in der Suchergebnisspalte auf jeden Fall nicht so gut zu verkaufen.
Wenn es nicht so traurig wäre, durchaus für den Lacher des Tages geeignet.

Das geht das gesamte Interview so weiter - null Inhalt, selbst bei gutem Willen nicht nachvollziehbar.

Ein guter sachlicher Kommentar findet sich hier bei netzwertig.de

Freitag, 13. November 2009

Der Preis ist heiß - genau 232,78 Grad Celsius

Stau. Im Kultursender meiner Wahl läuft "Autobahn" von Kraftwerk. Ich versuche dies in der innerstädtischen konjunkturpaketbedigt verkehrsberuhigten Zone nicht als Provokation aufzufassen und konzentriere mich auf die Auslassungen des Musikjournalisten zu einer neuen Sammeledition der Elektronik-Pioniere, um mal im Kulturjournalistenslang zu bleiben. Leider lässt der Journalist nichts aus. So ist natürlich wieder die Mär zu hören, dass ohne Kraftwerk HipHop und Techno geradezu undenkbar wären (welch schöner Gedanke ). Wann untersucht mal jemand, wer diesen Mythos eigentlich in die Welt gesetzt hat. Und welche Bedingunge erfüllt sein müssen, damit sich dererlei Mythen halten. Denn nicht wenige Produkte der Kulturindustrie haben ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, sind aber wie selbstverständlich in Klassikerlisten gelistet, die, vorsichtig ausgedrückt, auch mit Vorsicht zu genießen sind. So ist Fahrenheit 451 nicht nur die Temperatur, bei der ein Buch zu brennen beginnt, sondern auch ein Film, der Kategorie: viel gepriesen/ nicht zu genießen.
Mittwoch ist bei mir Kinotag: Mit Freunden, die nachwuchsbedingt nicht gemeinsam das Kino aufsuchen können, wird jede Woche digitales Bewegtbild an die Wand gebeamt: sozusagen die Wand, die die Welt bedeutet (nur weil Schiller gerade Geburtstag hat, ansonsten natürlich Quatsch). Ich muss die Filme aussuchen. Bekanntlich wächst die Schwierigkeit, sich für einen Film zu entscheiden, proportional zur Anzahl der Betrachter und so habe ich schon manche Stunde in der Videothek meines Vertrauens zugebracht, da schon die Anzahl von 4 Betrachtern einen Schwierigkeitsgrad von 7 auf einer Skala von 8 zur Folge hat. Denn einige Grundsätze konnten schon nach den ersten Kinotagen aufgestellt werden: keine amerikanischen Filme, keine Filme, die in schwarzweiß und nach 1980 gedreht wurden, insbesondere nicht mit Frauen, die auf gläsernen biergefüllten Beinen tanzen, keine französischen Filme, die im Feuilleton gelobt werden (man stellte sehr schnell fest, dass es sich dabei eher um Hörspiele mit Bildunterstützung handelt), keine Filme von, mit oder über Til Schweiger (der übrigens in Heuchelheim aufgewachsen ist). Daneben gibt es noch die Regel: nicht mit Kindern und Tieren. Da fällt natürlich schon ein Großteil der Cineastenkost weg, klar. Allerdings führte dieses Regelwerk zu einer intensiven Beschäftigung mit dem österreichischen Filmschaffen. Ein Gewinn, aber andere Geschichte.
Da die Bedienung in der Videothek wahrscheinlich schon anderes als filmkundliches Interesse ob meiner ausufernden mittwöchlichen 18-Uhr-Besuche unterstellt, war ich recht dankbar, in der Multimediaabteilung der mir freundschaftlich verbundenen Nachbarschaft eben Fahrenheit 451 zu entdecken. Das würde mir den Weg in die Videothek, zwei Euro, Entscheidungsnot und abschätzige Blicke ersparen. Aber wie heißt es so schön: Wer spart, zahlt doppelt. Oder so ähnlich. Der Aufpreis - 90 Minuten unfreiwillige Komik und vordergründige Medienkritik. Erstaunlich nur, dass der erhobene Zeigefinger die zum Zwecke der Bildprojektion verwendete Wand nicht zum Einsturz brachte. Heute kann man diesen Film eigentlich nicht mehr genießen, in jeder Hinsicht.
Aber zum Glück gibt es ja in einer meinungsoffenen Gesellschaft wie der unseren auch andere Meinungen, die sogar in Büchern nachzulesen sind:

Die Aktualität des Filmes Fahrenheit 451 von Francios Truffaut (für den Deutschunterricht)
Ja, es ist richtig, diesen Film in der Schule zu analysieren, da die Schüler ja das Klasenzimmer nicht verlassen dürfen! So wird wenigstens der "Kanon" gepflegt. Und auch die Erwartungshaltung der Schüler nicht enttäuscht, dass Lehrer eh nur vertaubtes, ungenießbares und oberpeinliches Zeug präsentieren und dabei ggf. noch begeistert von früher reden.

Die DVD von Fahrenheit 451 erschien in der SZ-Cinemathek. Diese wirbt:
Ausgewählt von der Kinoredaktion der Süddeutschen Zeitung, tragen sie die persönliche Handschrift von Filmkennern, die zusammen mit bekannten Autoren jeden einzelnen Film im Booklet vorstellen und interessante Hintergrundinformationen liefern.
http://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/catalog/editionen/3626.jsp


Der bekannte, Fahrenheit in höchsten Tönen lobende Autor heißt in diesem Falle übrigens Wim Wenders. Und wir haben damit nun eine weitere Regel für den Kinotag.

Montag, 9. November 2009

Demokratiefeindliches Web2.0 ?

Ich bin etwas zu spät dran, wenn ich mich heute, am 9. November, auf einen Artikel der ZEIT vom 22. Oktober beziehe. Es lohnt sich also auch nicht, weiterzulesen - eh nur Schnee von gestern. Denn nichts ist bekanntlich älter, als der gerade gesendete Tweet und die Zeitung von gestern - nicht der Rede wert.
Zur Erklärung, wie dieser verpätete Erguss zustande kommt: Ich lese die ZEIT noch ganz analog und (peinlich dies zuzugeben) auch noch die abgelegte ZEIT von Freunden. Die sind so mutig, und überlassen mir das Feuilleton zur Nachlese. Ein Glück, dass von den Verlagen noch nicht hochgerechnet wurde, welcher Schaden durch Zweitlektüre jährlich zu verbuchen ist, sonst würde sicher die Einführung von OADS (ortsabhängiger Druckerschwärze) gefordert: ein über RFID und GPS gesteuertes System, welches die Zeitung nur im Hause des Abonnenten lesbar macht. Zum Glück war das Feuilleton vom 22.10. auch an meinem Frühstückstisch lesbar und damit auch Adam Soboczynskis "Höfische Gesellschaft 2.0". Worum gehts? Soboczynski geht davon aus, dass die Entwicklung des Web2.0, insbesondere die der der sozialen Netzwerke, zu einer gesellschaftlichen Umwälzung führt, einer "Revolution leiser Natur", wie es schon einige in der Geschichte gab, so beispielsweise die Aufklärung. In der Abgrenzung zum höfischen Leben führte die Aufklärung zur Betonung des Privaten und zur Formulierung entsprechender antihöfischer Moralvorstellungen. Die derzeitige Webzweinullisierung des Lebens führe nun wieder zu Verhaltensweisen und Wertvorstellungen, die in der Aufklärung überwunden schienen, nun aber in der "Höfischen Gesellschaft 2.0" fröhliche Urstände feiern. Kling erst einmal recht weit hergeholt, ist aber erstaunlich erhellend. Welche "höfischen" Maximen bemüht Soboczynski nun? Da wären: Sei witzig! Sei präsent! Langweile nicht! Kurz: "Wer schweigt, zählt nicht."
Zudem - und hier wirds dann noch interessanter - spricht er dem WEB2.0 die vielbeschworene Demokratiefreundlichkeit schlichtweg ab und bezeichnet dies als "Teil eines utopistischen Verblendungszusammenhangs".
Im Juni 2008 antwortet Sascha Lobo auf die Frage "Was ist das Netz" mit recht blumigen Nichtigkeiten, was mich damals schon zu einer knappen Polemik animierte. In diesen Zusammenhang gab es dann auch ein kurzes Telefon-Interview von Deutschlandradio mit mir, in dem ich vorgab, wahrscheinlich zu alt zu sein, um so etwas wie Twitter zu verstehen. Nun gut - heute twittere ich auch dann und wann und (wie es häufig ist), im eigenen Tun erschließt sich dann auch, worin der Nutzwert von Twitter bestehen kann. Dies hat sich mir i.Ü. noch nicht bei Facebook erschlossen, aber andere Geschichte. Was aber auch feststeht: für den vermeindlichen Nutzwert ist eben auch ein Preis zu zahlen. Und der ist im Web2.0 mit einer ganz harten Währung zu entrichten: Zeit. Und hier erscheinen mir viele von den oft gepriesenen neuen Möglichkeiten sehr teuer erkauft.

Ein ebenso ungutes Gefühl wie bei Lobo überkam und überkommt mich bei den kursierenden "Did you know" - Videos, die es nun auch schon mit diversen Versionsnummern gibt. Das Prinzip ist immer das gleiche: Es werden Nutzerzahlen verschiedenster Webdieste und Webtechnologien visualisiert. Man weiß hinterher - oh, sind ja viele. Und wahrscheinlich soll man auch denken, dass viel gleich gut ist. Fand ich schon immer fragwürdig und wenig überzeugend.

Fragwürdig fand ich auch FEFEs Hinweis, dass Zensursula das neue Rammstein-Album auf den Index gesetzt habe, genauer gesagt ist der verächtliche Unterton fragwürdig. Meine Sympathie für die ehemalige Familienministerin hält sich zwar schwer in Grenzen, aber angesichts des Verbaldrecks, der in bestimmten Bereichen der aktuellen Musikszene Normalfall ist, finde ich den Vorgang ausnahmsweise nicht verwerflich. Sollte öfter passieren. Bei Laut.de wird der Sachverhalt natürlich fleißig kommentiert. Einige ständig wiederkehrende Argumente:
  • es gibt ja viel Schlimmeres, was nicht verboten wird
  • Freiheit der Kunst
  • die Zuhörer könnten die "Texte" schon richtig einordnen, ist doch alles nur Spaß
Ähnlich intelligent argumentiert auch Flake, der Keyboarder von Rammstein, in einem Bild Interview.
Das Netz ist ein perfekter Spiegel der analogen Welt: so wie in dieser die Dummheit und nicht der Geist den Ton angibt, erhält auch die Dummheit im Netz den Ihr zustehenden breiten Raum.
Und, um auf Soboczynski zurückzukommen, das Netz ist nicht demokratiefreundlich, ganz und gar nicht.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Hertare Zeiten ...

... für Herta Müller? Nun ja, wenn's Preise gibt, darf natürlich die Kritik auch nicht fehlen. So berichtet die ZEIT , wie Herta Müller eine Schreibwerkstatt in Berlin leitete und dort nicht eben zimperlich mit dem Nachwuchs umging.

Herta Müller teilt aus, gibt den Dieter Bohlen des Literaturseminars: "Hast du darüber mal nachgedacht, bevor du uns das zumutest?", "Du bedienst alle Klischees!" Wir bekommen so ziemlich alles zu hören, was wir eigentlich lieber nicht hören möchten.
Ich war nicht dabei, Du, geneigter Leser, wahrscheinlich auch nicht, daher lässt sich auch schlecht bewerten, ob die geäußerte Kritik angemessen war oder nicht.
Aber ich fühlte mich durchaus an meine Rolle als Lehrer erinnert: natürlich geht es als Lehrer darum, ständig Werturteile abgeben zu müssen. Und da steht eben auch die Frage, was man so sagt, wenn ein Schüler sich Mühe gegeben hat, aber das Ergebnis einfach mal total daneben ist. Irgendwie ist man ja auch dazu verdammt, noch eine Note zu geben - zumindest wollen das die meisten Schüler so. Und gerade bei "kreativen" Aufgaben im Deutschunterricht geht es mir durchaus manchmal so wie H.M. - nein, ich geben dann nicht den Bohlen, aber die Schlichtheit, die sich in einigen Ergebnissen zeigt, stimmt mich dann schon bedenklich und wirft die Frage auf: Was tun?
Ja, ich weiß, in der Schule gilt es in erster Linie Aufgabenstellungen zu finden, die den Schülern klare Muster, Regeln und Spielräume zur Verfügung stellen, innerhalb denen sie kreativ sein können.

Ich kann aber eine H.M. auch verstehen, denn eine Literaturwerkstatt ist eben keine Schule - also Zwangsgemeinschaft von Menschen, die das, was sie tun müssen eigentlich gar nicht in diesem Moment tun wollen. Und hier ist es auch grundsätzlich legitim, deutlich zu werden.

Zudem - warum haben wir das Bedürfnis, dass Künstler auch "gute Menschen" sein müssen? Beurteilen wir doch H.M.s Literatur als solche. Mir ist es egal, ob sie privat eine Kackbratze ist - übrigens nicht nur bei H.M.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Rot-Rote Experimente

Der Tagesspiegel berichtet, dass das Probejahr an den Gymnasien in Berlin nun doch nicht eingeführt werden soll. "Experten" hätten

davon abgeraten, Jugendliche in der schwierigen Phase zu Beginn der Pubertät nach einem Jahr als „gescheitert“ aus dem Gymnasium zu entfernen. Stattdessen wurde ein mehrtägiger Probeunterricht vorgeschlagen. Bei dem könnten sich die Schüler beweisen, die von ihren Grundschulen keine Gymnasialempfehlung bekommen hätten. Wer nicht überzeuge, solle gleich auf die Sekundarschule gehen.
Wir haben momentan in Berlin ein Probehalbjahr. Auch wenn mir keine Zahlen vorliegen, behaupte ich, dass der Anteil der Schüler, die dieses Probehalbjahr nicht schaffen, sehr gering ist (schätze max. 5 Prozent), was unter anderem daran liegt, dass man schon recht deutlich versagen muss, damit man der Schule verlassen muss. M.E. ist es eher erstaunlich, wer das Probehalbjahr so schafft - aber andere Geschichte.

Da gibt es also "Experten", die der Meinung sind, dass einem Schüler, der ein gesamtes Schuljahr in den Sand setzt, nicht zugemutet werden könne, die Schule zu verlassen, da das sensible Seelchen Schaden nehme.

Alternative? Klar! Zugang wird für alle erschwert! Man gedenkt

die Bedeutung des Grundschulgutachtens gegenüber dem Elternwillen aufzuwerten. Nun muss Rot-Rot die Frage beantworten, in welcher Form es diesem Vorschlag folgt. Zur Debatte steht neben einer verbindlichen Grundschulempfehlung ein strenger Numerus Clausus, eine Aufnahmeprüfung am Gymnasium und – als zusätzliche Chance – der Probeunterricht.
Ich persönlich bin nun nicht gegen eine angemessene Einstiegshürde beim Zugegang zum Gymnasium, aber man bedenke:
Die Grundschulempfehlung ist und bleibt eine subjektive Sache. An der Grundschule arbeiten eben auch Menschen, die Fehler machen können. Ausgangspunkt der Bildungsreform ist aber die unterstellte Benachteiligung bestimmter sozialer Gruppen durch die Schulstruktur. Der Zugang zum Gymnasium wurde bisher ausschließlich vom Elternwillen geregelt. Nun solle es der Lehrerwille sein. Was zugangsbeschränkender ist liegt auf der Hand.
Gesamtschulen gab und gibt es in Berlin es auch genug. Wo lag und liegt derzeit die Benachteiligung durch die Schulstruktur? Was wird jetzt besser?

Soviel zur Stimmigkeit der Entscheidungen, die die Berliner Bildungspolitiker treffen. Noch nicht einmal den eigenen Ansprüchen und Zielen wird man gerecht.

Samstag, 10. Oktober 2009

Personalkostenbudgetierung

An vielen Schulen in Berlin fehlen offensichtlich noch Lehrer. Aber, man höre und staune:
Bis November
... müsste an allen Schulen die 100-Prozent-Marke erreicht sein. Zudem könnten die Schulen über drei Prozent der Personalmittel frei verfügen, um kurzfristig auf Unterrichtsausfall reagieren zu können.
Morgenpost

Was bedeutet das aber mit den drei Prozent der Personalmittel genau?
Das bedeutet zu Beispiel, dass sich Herr Pachulke (45), in eine entsprechende Datenbank des Senats eintragen kann, wenn er sich für geeignet hält, das Fach Biologie zu unterrichten. Das bedeutet aber nicht, dass Herr Pachulke eine abgeschlossene Ausbilung als Biologielehrer haben muss. Er kann z.B. Forstwirtschaft studiert haben. Wenn er von einem Schulleiter als geeignet empfunden wird, kann eine befristete Beschäftigung erfolgen.
Nun spricht nichts gegen 45jährige Forstwirtschaftler und es mag sogar vorkommen, dass dieser temporäre Quereinsteiger seine Sache besser macht als als ein desillusionierter Studienrat (obwohl es desillusionierte Studienräte eigentlich gar nicht gibt - ist nur so ein Gedankenspiel. Nicht dass es jetzt Vorwürfe wegen diskriminierender Äußerungen Studienräten gegenüber gibt.)
Zurück zu Pachulke: der unterrichtet nun mit allen Konsequenzen - man hofft stillschweigend, dass er den Lehrplan beachtet, dass er "richtige" Noten gibt usw, denn angeleitet oder besonders kontrolliert wird er nicht - haben ja alle genug zu tun, Lehrermangel eben - ohne Lehrermangel wäre Pachulke ja gar nicht als Aushilfe eingestellt worden.
Wenn Pachulke seine Sache ganz hervorragend macht, wird dies allerdings nicht dazu führen, dass er eine Festanstellung erhält. Warum? Weil er ja kein Lehrer ist.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Pachulke seine Sache weniger gut macht ist allerdings wesentlich höher. Warum?
  1. Ich behaupte mal, dass es kaum einen Lehrer gibt, der nicht einige Jahre braucht, um "warmzulaufen".
  2. Zur Daueraushilfe verurteilt, ist es nicht möglich, sich an einer Schule "einen Stand" zu erarbeiten. Dies dauert eben auch seine Zeit.
Das Paradoxe:
Es ist also möglich, dass Nicht-Lehrer eine Klasse temporär unterrichten und benoten.
Es ist sicher auch möglich, dass ein solcher "Aushilfslehrer" dies mehrer Jahre tut (nur nicht immer an der gleich Schule).
Es ist aber nicht möglich, dass bei nachgewiesener guter Eignung eine Übernahme in den Schuldienst erfolgt.
Warum darf jemand etwas für relativ kurze Zeit (z.B. ein Schuljahr), was er für längere Zeit nicht darf?

Klar: Honorarkräfte sind billig, wesentlich billiger als festangestellte Lehrer. Die Statistik sieht dann wieder schön freundlich aus, weil Biologie ja erteilt wurde.

Samstag, 6. Juni 2009

Lunge, komm bald wieder ...

Heute war in der Berliner Zeitung ein schönes Interview mit dem Rechtsmediziner Michael Toskos zu lesen.

Das Reizvolle war nicht unbedingt die Darstellung des Geschmadders in fremder Leute Eingeweide und der regionale Unterschied von Y- , U - oder I-Schnitt bei der Leichenöffnung.
Hell-leserich wurde ich bei der Feststellung von Toskos,

Es gibt keine Raucherlunge. Die Lunge von einem, der 20, 30 Jahre lang geraucht hat, sieht genau so aus wie von einem, der sein Leben lang an der Autobahn oder in Berlin gewohnt hat. Einen Raucher erkennen Sie, wenn, dann an seinen gelben Nikotinfingern.

Wenn es einer wissen muss, dann jemand, der nach eigenen Aussagen 10 000 Obduktionen vorgenommen hat. In der aktuellen Körperwelten-Ausstellung des Gunther "Ich-seh-aus wie-Beuys" Hagen ist ja auch eine "Raucherlunge" ausgestellt.
Das ist Blödsinn, ziemlicher Nepp und Kohlemacherei.
Schön ist, wie offensichtlich wider besseres Wissens derartige Fehlinformationen "tradiert" werden. Jeder Schüler wird in seiner Schullaufbahn schon einmal ein Stück Brustschwarzfleisch bewundert haben dürfen. Nun bin ich keinesfalls ein Beführworter des Rauchens, aber warum zeigt man nicht die schwarzverklebten Brustinhalte des nichtrauchenden Großstadtbewohners, um auf die Vorteile urbaner Lebensführung hinzuweisen. Man sollte vielleicht auch Gemeinden in Brandenburg und McPomm auf dieses Mittel hinweisen, der zunehmenden Landflucht entgegen zu wirken.
Plakate mit dem Slogan "Wohnen Sie in Schwarz am See/ ist die Lunge weiß wie Schnee" könnten da Wunder wirken.

Foto: KATTØYE

Das gesunde Landleben würde in Deutschland die Sterblichkeit auf ein neues Mindestmaß senken, so dass es auch möglich wäre, mehr Verbrechen aufzuklären. Was das miteinander zu tun hat? Na, dass nicht wenige Tötungsdelikte unerkannt bleiben, ist ja kein Geheimnis. Dass daran die laxe Leichenschau nicht ganz unschuldig ist, auch nicht. Warum sich dann aber nichts ändert?

Das wird einfach nicht organisiert. Die Folge, dass wir in der Statistik plötzlich doppelt so viele Tötungsdelikte hätten wie im Vorjahr, wäre ziemlich unpopulär. Das wäre gesellschaftlich beunruhigend.
Das ist mehr als einleuchtend. Ich sehe die Pressemeldungen schon vor mir -- und das in keiner dieser Meldungen ein Zusammenhang zwischen der Ursache (hier eine gründlicher organisierte Leichenschau) und den veränderten Daten hergestellt würde.

Natürlich werden die Todesursachen auf den Totenschein nach deutscher Art auch schön statistisch ausgewertet.

Da schreibt einer Herzinfarkt, natürlicher Tod. Das wird dann im Gesundheitsamt für die Statistik erfasst. Und irgendwann wird behauptet, dass die Zahl der Herz-Kreislauf-Todesfälle um fünf Prozent gestiegen sei. In Wirklichkeit heißt das aber nur, dass fünf Prozent mehr Herzinfarkte auf dem Totenschein angegeben wurden, ohne das durch eine Obduktion zu verifizieren. Diese amtliche Todesursachenstatistik ist Blödsinn.
Aber dieser Blödsinn ist dann wieder Grundlage für Präventionsprogramme. Klar!

Eigenlich müsste jetzt der Satz von der Statistik folgen, der man nur glauben soll, wenn man ...
Ich möchte aber den Volksmund am Schluss zu Worte kommen lassen:

Statistik und Daten
sind nix für den Mann mit Spaten.
-Verband deutscher Kleingärtner und Karnickelzüchter-